Interview || Quergelesen: read.eat.live

by Marie-Theres Werner

Quergelesen ist eine Reihe auf meinem Blog, in der ich andere Literaturfans, die gern über Bücher schreiben, vorstelle. Ihre Blogs sind sowohl kreativ gestaltet als auch unglaublich informativ. Beim Durchstöbern stößt man immer wieder auf neue Ideen, wie man das Thema Literatur seinen Lesern näher bringen kann – so zum Beispiel die Buchweltreise auf read.eat.live. Bei jedem Blog, den ich hier vorstelle, macht es Spaß, sich von einer Seite zur nächsten zu klicken. Man erkennt bei jedem einzelnen Beitrag, wie viel Herzblut zwischen den einzelnen Zeilen steckt und mit wie viel Mühe und Ehrgeiz sie ihre Leserschaft aufgebaut haben. Und was mir besonders wichtig ist: sie schauen über den literarischen Tellerrand hinaus.
Da es mir bei jedem Beitrag von Quergelesen wichtig ist, dass die Persönlichkeit des vorgestellten Bloggers nicht verloren geht, habe ich mich dazu entschieden, mit jedem ein Interview zu führen.

Sei ein Teil von Quergelesen
Du bist ebenfalls Buchblogger und möchtest in meiner Quergelesen-Reihe vorgestellt werden? Super! Schick mir doch eine E-Mail mit dem Betreff „Quergelesen“ und einer kurzen Vorstellung zu dir und deinem Blog an online@everythingisliterary.com

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READ.EAT.LIVE

Quelle: read.eat.live

Auf read.eat.live bloggt Daniela aus der Schweiz. Hier schreibt sie hauptsächlich über Bücher, aber auch über Reisen, die sie gemeinsam mit ihrem Mann unternimmt und über die ein oder anderen Leckereien. Nachdem sie klinische Heilpädagogik und Sozialpädagogik studiert hat, arbeitet Daniela nun auf einer Wohngruppe für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Da sie schon immer gern gelesen hat, entschied sie sich dazu, read.eat.live ins Leben zu rufen, um ihr Hobby mit anderen zu teilen. Außerdem ist sie auch auf Facebook, Instagram, Twitter und unterwegs.

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Ich habe ein grosses Herz, vor allem für Menschen, Katzen und Bücher. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals eine Zeit gab in meinem Leben, in der ich nicht gelesen habe.Daniela auf read.eat.live

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DANIELA ÜBER DAS BLOGGEN

Seit wann gibt es deinen Blog?
read.eat.live gibt es in seiner heutigen Form seit August 2016, viele werden ihn noch unter dem Namen Livricieux kennen. Allerdings existierte bereits vor dieser Zeit ein kleiner, stark vernachlässigter Tagebuchblog, der nie so wirklich ins Rollen kam. Und von mir wahrscheinlich auch nicht mit der letztlich benötigten Ernsthaftigkeit betrieben wurde. Immer wieder gingen mir die Themen aus und so kam einfach monatelang nichts. Ein paar Einträge aus dieser Zeit finden sich auch heute noch, obwohl ich das meiste wieder gelöscht habe.

Wieso hast du mit dem Bloggen angefangen?
Also, warum ich damals mit dem Tagebuchblog angefangen hatte, kann ich gar nicht mehr genau rekonstruieren. Warum ich dann aber den Blog im August 2016 reaktivierte und in einen Buchblog umwandelte, das weiss ich noch ziemlich genau.
Angefangen hat es mit dem Buch Der Hof von Simon Beckett. Ich hatte geschlagene zwei Jahre an der Geschichte zu knabbern und war einfach nur enttäuscht von den Figuren, dem Plot und vermisste so ziemlich alles, was seine David Hunter Reihe auszeichnete. Zu dieser Zeit kam es auch, dass ich mich auf Goodreads angemeldet hatte und so stieß ich auf weitere Lesermeinungen zu dem Buch. Dabei entdeckte ich dann, dass einige Mitglieder dieser Buchcommunity so wunderschön gestaltete Blogs unterhielten und dort über Bücher und ihre Leseeindrücke sprachen. Das wollte ich auch.
Ich erinnerte mich also an meinen verstaubten Tagebuchblog, möbelte ihn etwas auf und verfasste kurzerhand meine erste Rezension überhaupt. Ja, so hat alles angefangen und seinen Lauf genommen.

Wie würdest du den Stil deines Blogs beschreiben?
Ach herrje! Darüber habe ich mir noch nie wirklich Gedanken gemacht. Ich versuche, meinem Blog eine klare Struktur zu geben, auch wenn ich über verschiedene Dinge blogge, nicht nur über Bücher. Dabei sind mir meine Fotografien und eine gewisse persönliche Note sehr wichtig, da diese dem Blog auch einen Wiedererkennungswert geben. Gleichzeitig möchte ich aber das Layout nicht überladen, so dass es angenehm anzuschauen ist. Meistens mach ich es einfach, wie es mir gerade passt, um ehrlich zu sein, und hoffe, dass es authentisch rüber kommt. Ich glaube, die Authentizität ist mir fast am wichtigsten.

Was war bisher der größte Erfolg, den du dank deines Blogs feiern durftest?
Für mich ist jeder Leser, jeder Kommentar und auch jeder Like unter einem Beitrag ein kleiner Erfolg für sich. Ich hätte nie zu träumen gewagt, dass so viele Menschen in der Community mein Geschreibsel auch lesen und schätzen und, dass ich so viele positive und manchmal auch kritische Rückmeldungen bekommen würde. Darum auch einen ganz lieben Dank an all die vielen lieben Menschen, die ich durch meinen Blog erreiche. Ihr macht ihn erst zu etwas ganz besonderem!
Besonders gefreut habe ich mich allerdings auch, als ich letztes Jahr vom Magazin des Schweizer Buchhandels zusammen mit vier anderen wunderbaren Bloggerinnen zu einem der wichtigsten und erfolgreichsten Buchblogs der Schweiz gekürt wurde. Da hat mein Bloggerherz doch etwas höher geschlagen und ich war ein kleines bisschen stolz auf mich.

Was war der beste Ratschlag übers Bloggen, den du je erhalten hast?
Ich glaube, so direkt habe ich noch von niemandem einen konkreten Ratschlag erhalten. Ich startete wirklich ohne jede Vorkenntnisse in diese ganze Buchblog Geschichte und habe mir mein Wissen hart erarbeitet und erlesen. Besonders geholfen haben mir natürlich auch Beiträge anderer Blogger und Bloggerinnen über Layouts, Formate, Social Media Nutzung und so weiter. Und natürlich mein eigenes Credo, dass ich mir selbst treu bleibe und den Spass an der ganzen Sache nicht verlieren möchte. Müsste ich jemandem einen Rat geben, wäre es wohl folgender: Sei authentisch und hab Spass an der Sache.

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DANIELA & LITERATUR

Welches Genre liest du am liebsten? Welches kannst du gar nicht leiden?
Ich muss gestehen, meine Lesevorlieben sind ziemlich von meiner Stimmung abhängig. Bevor ich angefangen habe zu bloggen, las ich hauptsächlich Skandinavische Krimis und Thriller: Henning Mankell, Stieg Larsson, Jussi Adler Olsen oder auch Simon Beckett sind nach wie vor gut in meinem Bücherregal vertreten. Und ich bringe es auch nicht übers Herz, sie auszumisten. Durch den Blog entdeckte ich aber meine Liebe zur Gegenwartsliteratur, zu Belletristik und Büchern, die die jüngere Geschichte, die Weltkriege, den Kalten Krieg behandeln, wieder neu. Und so liegen auf meinem Bücherstapel grad einige solcher Exemplare.
Einen Bogen mache ich hingegen eher um Chick Lit und Erotikromane, obwohl auch bei mir die Shades of Grey-Trilogie im Regal zu finden ist. Ich habe die damals gelesen und gar nicht mal so schlecht gefunden. Allerdings war das wohl eher dem Hype darum geschuldet, als wirklichem Interesse an diesem Genre. In diese Ecke zieht es mich nun wirklich nicht mehr.

Hast du dich selbst einmal ans Schreiben eines Buchs herangetraut? Wie ist es gelaufen?
Als kleines Mädchen habe ich jeweils in die Freundschaftsbücher meiner Freundinnen als Berufswunsch „Autorin“ eingetragen. Lange Zeit mochte ich die Deutschstunden am liebsten und besonders, wenn wir Aufsätze und Geschichten schreiben konnten. Ganz oft machte ich das auch in der Freizeit am ersten Familien-PC.
Allerdings verflüchtigte sich dieser Wunsch mit zunehmendem Alter. Spätestens am Gymnasium holte mich mein Deutschlehrer (der auch noch Professor für Philosophie war) auf den Boden der Tatsachen zurück. Auch wenn Lehrer objektiv bewerten sollen, so glaube ich, dass doch jeder seine Vorlieben hat und meine Aufsätze und Essays gehörten wohl definitiv nicht zu seinen Favoriten; meine Ideen und Gedanken schienen nie gut und tiefgründig genug. Das hat mich dann doch ein ums andere Mal enttäuscht. Und so wurde aus dem Berufswunsch „Autorin“ der Wunsch „Lehrerin“, „Physiotherapeutin“ oder „Gitarristin“ zu werden. Wobei ich bei letzterem auch wieder arg auf die Nase fiel, aber das ist eine andere Geschichte.
So rückblickend klingt die Art meines Deutschlehrers vielleicht etwas hart, ich glaube aber irgendwie doch auch, dass er meine Grenzen erkannt hatte. Ich wäre wohl mit der ganzen Plotentwicklung und dem Aufbau für eine gelungene Geschichte total überfordert, die Charaktere würden mir wohl in der Hälfte des Buches vertleiden und an meinen eigenen Ansprüchen bezüglich Tiefgründigkeit und Spannung würde ich wohl auch scheitern.
Da ist es wohl besser, wenn ich auf der anderen Seite bleibe und die unglaublich tollen, spannenden und tiefgründigen Werke anderer, talentierteren Autorinnen und Autoren lese.

Welches war das erste Buch, das du je gelesen hast?
Ui, wie soll ich mich denn bitte daran erinnern?! Ich bin jetzt dreißig und habe in der ersten Klasse, also mit sieben, lesen gelernt. Und da hat eigentlich meine Leidenschaft für Bücher auch schon begonnen. Sobald ich lesen konnte, habe ich auch gelesen. Erst die Bilderbücher, die mir früher meine Eltern beim zu Bett gehen vorgelesen haben, dann kamen Lese-Löwen-Bücher, Ottfried Preussler, Astrid Lindgren und im Teenie-Alter dann ganz viele Geschichten von Federica de Cesco.
Ich kann also nicht mit Sicherheit sagen, welches Buch ich als erstes überhaupt je gelesen habe. Was ich sagen kann, ich habe Die Kinder aus Bullerbü von Astrid Lindgren geliebt und mehrfach gelesen. Ich habe sogar ganze Szenen mit meinen Freundinnen und meinen Puppen und Plüschtieren nachgespielt. Diese Geschichten habe ich wirklich gelebt. Das sind so meine ersten Erinnerungen an ein Buch, das ich gelesen habe.

Welches war das erste Buch, das du dir selbst gekauft hast?
Ich glaube, es dauerte ganz lange, bis ich mir mal ein Buch selbst kaufte. Als Kind war mein Regal zwar auch gut bestückt, aber das meiste waren Geschenke oder Schulbücher, und ganz oft standen da auch Bibliotheksbücher. Mein Papa und ich waren Stammkunden in der Quartierbibliothek, einmal in der Woche waren wir dort anzutreffen und bald schon las ich mich nicht nur durch das Kinder- und Jugendbuchsortiment, sondern suchte meine Lektüre auch bei den Erwachsenen. Ich glaube, ich las bereits in der Mittelstufe die Krimis von Agatha Christie; Jane Eyre habe ich auch mit elf Jahren zum ersten Mal gelesen. Auch in den Schulbibliotheken war ich ein bekanntes Gesicht, dort wurde ich an Harry Potter und Krabat und Co. herangeführt.
Einzig die etwas neueren Bücher von Federica de Cesco fand ich jeweils nicht in den Bibliotheken und so habe ich mein erstes Buch von ihr auch bereits sehr früh selbst gekauft, wohl auch im Alter von zehn oder elf. Welches das war, weiß ich aber beim besten Willen nicht mehr.

Liest du lieber Printausgaben oder E-Books?
Da bin ich ganz altmodisch veranlagt. Ich mag es, ein richtiges Buch in den Händen zu halten; das rundet für mich das Leseerlebnis einfach ab. Ich kann das Buch fühlen und riechen. Ich kann aufgrund der Dicke in etwa einschätzen, wie lange ich dafür brauchen werde, oder wie viel noch vor mir oder bereits hinter mir liegt. Ich kann blättern und noch einmal, ganz einfach, zu meinen Lieblingsstellen springen, gegebenenfalls kann ich auch rein kritzeln oder damit nach nervigen Katzenviechern werfen (wenn es denn sein muss).
Natürlich sehe ich auch die Vorteile von E-Books: Mit einem kleinen Gerät habe ich beinahe meine ganze Bibliothek mit dabei im Urlaub. Und die Platzersparnis im Bücherregal ist somit enorm. Ich kaufe mir gerne mal ein E-Book – aber es ist doch nicht dasselbe.

Quelle: read.eat.live

9 comments

Andrea 15. April 2018 - 15:31

Sehr sympatische Antworten und auch der Blog hat mich überzeugt. Klick, ein neuer Abonnent.

Reply
Franziska 12. April 2018 - 11:40

Liebe Maria,

Ich bin gerade auf deinen Blog und dieses tolle Format gestoßen in dem du andere Blogs vorstellst! Ich finde das ist eine ganz großartige Idee und super spannend ☺️ danke für tolle Inspirationen

Liebe Grüße,
Franziska

Reply
Marie-Theres Werner 12. April 2018 - 11:46

Hallo Franziska,
Vielen lieben Dank für das Kompliment. Es freut mich wirklich sehr zu sehen, wie anderen mein Format gefällt und genauso viel Spaß macht wie mir 🙂
Liebe Grüße!

Reply
Bücherlogie 11. April 2018 - 18:27

Eine tolle Idee, wirklich! 🙂

Reply
Janika 11. April 2018 - 10:06

Liebe Marie,
juchu, endlich geht es weiter mit der Quergelesen-Reihe. Ich bin ja ein großer Fan deines Formats und freue mich, dass du heute Daniela vorstellst. Ich finde ihren Blog auch so wunderwunderschön. Er lädt immer dazu ein, sich durchzuklicken und zu stöbern. Und plötzlich ist man schon ne halbe Stunde auf ihrer Seite
Ich freue mich, in Form des Interviews mehr über sie erfahren zu haben und bin gespannt, wen du als nächstes vorstellen wirst
Liebe Grüße,
Janika

Reply
Marie-Theres Werner 11. April 2018 - 10:11

Hallo Janika,
ich freue mich, dass die Quergelesen-Reihe nach so kurzer Zeit schon einige Fans hat 🙂 Ich finde es immer wieder schön, einen neuen Blog zu entdecken und gar nicht zu merken, wie ich mich total darin verliere.
Sei auf das nächste Interview gespannt 😉
Liebe Grüße!!

Reply
Daniela | Livricieux 11. April 2018 - 9:51

Liebe Marie,

ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bei dir bedanken für das Interview und die Möglichkeit auf deinem Blog präsent zu sein. Ich finde diese Reihe eine wunderbare Idee und lese die Beiträge selbst sehr gerne. Ich bin gespannt, welche Blogs du dir noch so ausgesucht hast.

Hab einen tollen Tag!
Daniela

Reply
Marie-Theres Werner 11. April 2018 - 9:54

Hallo Daniela,
ich habe zu danken. Es freut mich, dass du dabei gewesen bist! 🙂
Liebe Grüße!

Reply
Jana Gierak 11. April 2018 - 9:44

Liebe Marie, einfach wieder genial. Liebe Grüße von Jana

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