Kolumne || 5 Gründe, warum man die NEON lesen sollte

by Marie-Theres Werner

Was Zeitungen angeht war ich relativ lange sehr lesefaul. Für Bücher konnte ich mich im Kindesalter schnell begeistern, aber Magazine durchblätterte ich immer in Sekundenschnelle und las vielleicht ein oder zwei Kolumnen, die mich vom Thema her reizten. Danach landete die Zeitung im Müll und die 3,60€ flogen zum Fenster raus. So ging das über Jahre hinweg. Dass mir meine Mama trotzdem jedes Mal wieder die Bravo, Shape oder was auch immer in dem Moment angesagt war vom Einkaufen mitbrachte, bewundere ich noch heute.

Nach dem Bachelorstudium setzte ich dann ein Jahr aus und nutzte diese Zeit, um ein Praktikum in einer Marketing & PR Agentur zu machen. Da ich dort für die Mitgestaltung der zwei regionalen Magazine verantwortlich war, war es mir fast schon unangenehm, zugeben zu müssen, dass ich in meiner Freizeit Zeitungen nicht wirklich ernsthaft lese. „Wer viel liest, kann auch gut schreiben“, hieß es dort immer und so wurde mir die NEON ans Herz gelegt. Die über einhundert Seiten schreckten mich zuerst etwas ab, aber ich nahm mir vor, diese Hürde zu überwinden. Ich kaufte mir meine erste Ausgabe und der Rest ist Geschichte.

Hinweis:
Leider wurde die NEON eingestellt, doch das hält mich nicht davon ab, diesen Beitrag zu verfassen, denn einzelne Ausgaben können immer noch über die Shop-Seite gekauft werden.
SCHREIBSTIL

Die Art und Weise wie ein Buch oder eine Zeitschrift geschrieben ist, ist eines der ersten Dinge, auf die ich beim Lesen achte. Es stört mich unglaublich, wenn ich vor lauter verschachtelten Sätzen den Sinn des Beitrags nicht mehr sehe oder ich mich überhaupt nicht angesprochen fühle. Einen Zugang zum Text finden zu können, ist für mich unglaublich wichtig, denn vor allem bei politischen oder wirtschaftlichen Themen fehlt mir häufig der Überblick. Ich brauche einen Verfasser, der mich langsam zum Thema seines Artikels führt, der knifflige Sachverhalte ganz einfach darstellt und mir auch gleichzeitig Freude am Lesen bereitet.

In der NEON habe ich all diese Punkte vereint gefunden. Die Artikel sind zwar teilweise sehr lang, doch sie wurden auf eine so lebendige Art verfasst, dass man gar nicht mitbekommt wie die Seiten verfliegen. Die Sätze bringen die Gedanken des Redakteurs bei jedem Beitrag kurz und knapp auf den Punkt und verwirren den Leser nicht mit langen Verschachtelungen. Hier und da wird man durch kleine witzige Anspielungen zum Schmunzeln gebracht und kompakte wissenschaftliche Themen sind in einem einfachen Deutsch gehalten. Obwohl ich persönlich kein großer Fan von politischen oder wirtschaftlichen Artikeln bin, lese ich diese in der NEON doch immer gern. Vor allem bei den längeren Beiträgen merkt man sofort, dass sie von jemandem geschrieben wurden, der ungefähr in meinem Alter ist, denn es fällt mir schon zu Beginn des Artikels leicht, mich mit der Wortwahl zu identifizieren und dadurch kann ich noch tiefer in den Beitrag eintauchen.

Die Artikel der „NEON“ sind so lebendig verfasst, dass man gar nicht mitbekommt, wie schnell die Seiten verfliegen. Klick um zu Tweeten

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THEMENAUSWAHL & AKTUALITÄT

Die NEON erscheint immer zu Beginn des Monats und lässt ihren Lesern damit genug Zeit, die knapp 130 Seiten zu lesen. Die Dicke der Zeitung hatte mich zu Beginn etwas abgeschreckt, aber es erwartet ja niemand, dass man das komplette Magazin liest. Die NEON ist in fünf große Kategorien geteilt: Wilde Welt, Politik, Liebe, Wissen und Leben. Manchmal kommen auch noch Themen für Zuhause und Freizeit hinzu und somit wird den Lesern eine umfangreiche Themenauswahl geboten. Ich persönlich bin ein Fan von Wilde Welt und Liebe – das sind die Beiträge, die ich mir zuerst anschaue doch auch in die Politik lese ich hier und da mal rein.
Was mich bei der NEON vor allem begeistert, ist die Art und Weise wie die Beiträge inhaltlich aufgebaut sind. Als Beispiel nehme ich hier immer gern den französischen Wahlkampf von 2017. Während Emmanuel Macron noch um den Titel des Präsidenten kämpfen musste, berichtete die NEON von diesem Ereignis. Doch anstatt die recht „trockenen“ Slogans und Wahlprogramme vorzustellen, begleitete das Magazin Jugendliche, die von Haustür zu Haustür zogen um ihre Mitbürger über Macron aufzuklären. Als Leser erfuhr man also von Gleichgesinnten, wer der zukünftige französische Präsident ist und was er mit dem Land vorhat. Für mich stellt dies eine ideale Methode dar, um ein wichtiges aber für manche doch recht „langweiliges“ Thema in einem spannenden und lesenswerten Artikel zu verpacken.

Des Weiteren stimmt die NEON ihren Inhalt auf beliebte Saisons und Freizeitaktivitäten von jungen Erwachsenen ab. So integrieren sie zum Beispiel für den Sommer einen Festivalguide, erarbeiten eine Checkliste für die erste eigene Wohnung oder berichten von einem Instagram-Experiment. Man erfährt hilfreiche Tricks für seinen eigenen Social-Media-Kanal; dank der NEON konnte ich meine Wohnungssuche durch einen Geheimtipp ausbreiten und obwohl ich gar kein Festival-Fan bin, habe ich doch schon die ein oder andere Aktion auf meine To-Do-Liste schreiben können.

DESIGN

Bei der Gestaltung des Magazins bleibt die NEON ihrem Namen treu. Durch die kräftigen Farben sticht die Zeitung regelrecht aus dem Regal hervor und lädt direkt zum Lesen ein. Aber nicht nur die Titelseite ist bunt gestaltet, auch alle anderen Artikel werden mit großen Bildern, witzigen Grafiken, hilfreichen Statistiken und bunten Verzierungen versehen. Die NEON versprüht pure Lebensfreude, denn es sind vor allem helle Farben wie grün, gelb, orange und blau, die sich im Magazin immer wieder finden.

Zum Design zähle ich allerdings nicht nur die Farben und Bilder, sondern auch die Art und Weise, wie die Artikel präsentiert werden. Ich bin ja ein großer Fan von Anschaulichkeit, daher finde ich es super, dass jeder lange Beitrag etwa drei Fotos beinhaltet und auch die ein oder anderen Buchstaben werden groß und farblich hervorgehoben. Dadurch werden die Texte inhaltlich aufgelockert und das Lesen macht viel mehr Spaß. Außerdem folgt nicht ein langer Artikel nach dem anderen, sondern nach einem wissenslastigen Beitrag kann man durch kürzere Kolumnen oder die beständige „So geht …“ Checkliste abschalten.

Die „NEON“ bleibt ihrem Namen durch und durch treu: Schon allein das Cover sticht durch seine grellen, kräftigen Farben aus dem Regal heraus. Klick um zu Tweeten

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HUMOR

Zu meinen absoluten Lieblingsabschnitten der NEON gehört die „Zwanzig Fakten, die man im Gedächtnis behält, obwohl man sie sich nicht zu merken braucht“-Liste, der „Tindergarten“ und die überhörten Gespräche aus dem Alltag der Leser und Redakteure. Diese Beiträge sind direkt darauf abgezielt, Menschen zum Lachen zu bringen und vielleicht sind es auch nur die unnützen Fakten, die die Leute dazu animieren, die NEON kurz aus dem Zeitungsregal zu nehmen. Und auch die Kolumnen und die ehrlichen Kontaktanzeigen bringen mich stets zum Lächeln und sind für mich schon ein Grund mehr, das Magazin mehrfach durchzublättern.

Doch abgesehen von diesen offensichtlich komischen Beiträgen beinhalten auch die Interviews und längeren Artikel immer einen Grund, um die Mundwinkel nach oben zu ziehen, denn wie ich oben schon erwähnt habe, sind diese sehr lebhaft und leserfreundlich geschrieben. Was mir am meisten gefällt ist die Tatsache, dass man den Charakter von jedem Redakteur genau herauslesen kann, denn sie arbeiten an ihren Artikeln mit sehr viel Herz und Motivation. Man merkt, wie viel Freude ihnen das Schreiben und Recherchieren bereitet und diese Leidenschaft fließt in ihre Arbeit ein. Dies merkt man zum einen am Humor, zum anderen aber auch an der Liebe zum Detail und der Qualität jedes Artikels.

9 comments

Moritz 27. Oktober 2018 - 23:17

Toller Beitrag! Macht wirklich Lust mal in das Heft reinzulesen, obwohl ich auch eher zum Buch greife, als zu einer Zeitschrift. 😛

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Marie-Theres Werner 28. Oktober 2018 - 19:25

Das freut mich! Die NEON liest sich wirklich gut 🙂

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Kate 4. August 2018 - 21:11

Hallöchen,
mir erging es früher ähnlich wie dir. Ich hab in Zeitschriften meist auch nur ein/zwei Kolumnen gelesen (plus die ganzen Psychotests in der Bravo). Jetzt würde ich gerne wieder Zeitschriften lesen, finde aber keine, die mich thematisch wirklich ansprechen.
Mit der NEON hast du mich jetzt aber angefixt, oder mich zumindest neugierig gemacht. Umso trauriger, dass sie eingestellt wird.
Liebste Grüße, Kate

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Marie-Theres Werner 4. August 2018 - 21:52

Hallo liebe Kate,
vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich, dass dir der Beitrag gefallen hat. Ich finde es auch unglaublich schade, dass die NEON eingestellt wurde, aber ein paar Einzelhefte kann man sich ja noch online bestellen 🙂
Schau ruhig mal rein. Es würde mich interessieren wie du sie findest!
Liebe Grüße,
Marie

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Renée 18. Mai 2018 - 15:38

So schade, versteh nicht warum sie eingestellt wird aber toller Blogpost

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Janika 15. Mai 2018 - 17:15

Liebe Marie,
ich finde NEON ist ein ganz tolles Magazin. Mein Problem bei Magazinen und Zeitschriften generell ist nur leider, dass ich nie alles lese. Mich interessieren oft nur wenige Beiträge und ich denke mir oft, dass es sich dann gar nicht lohnt, ein Abo abzuschließen oder sie so zu kaufen. Vielleicht ändert sich das irgendwann ja mal 🙂
Liebe Grüße,
Janika

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Marie-Theres Werner 15. Mai 2018 - 17:18

Hallo Janika,
das Problem hatte ich auch ganz lange. Ich habe aus einer Zeitung maximal zwei Artikel gelesen und sie danach wieder entsorgt. Ich denke es kommt darauf an, dass du das richtige Magazin für dich findest. Bei der NEON passte bei mir alles: der Schreibstil war ansprechend, die Themen gut verpackt und auch die Aufmachung fand ich echt schön.
Vielleicht findest du ja noch eine Zeitung, die du nicht mehr aus der Hand legen kannst. Wenn es so sein sollte, dann sag mir gern Bescheid, welche das ist 😀
Liebe Grüße!

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Melanie 15. Mai 2018 - 10:47

Ich mag die Neon auch sehr. Schade, dass sie eingestellt wird. Toller Artikel Liebes!

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Marie-Theres Werner 15. Mai 2018 - 11:01

Hallo Melanie,
es freut mich, dass dir der Beitrag gefallen hat 🙂
Liebe Grüße!

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