Rezension || Alibi: Ein Fall für Poirot

by Marie-Theres Werner
WORUM GEHT ES?

„Roger Ackroyds große Liebe Mrs Ferrars soll ihren ersten Ehemann ermordet haben. Nun ist sie selber tot, gestorben an einer Überdosis Veronal. War es Selbstmord? Ist sie erpresst worden? In der Zeitung findet Ackroyd einen letzten Hinweis auf die Umstände ihres Todes. Doch bevor er sein Wissen teilen kann, wird er ermordet. Und sein Stiefsohn ist spurlos verschwunden.“ (Quelle: Atlantik Verlag)

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MEINE MEINUNG:

Alibi war mein erster Krimi von Agatha Christie und da ich schon so viel Gutes über die Autorin und ihre Werke gehört habe, hatte ich mich richtig auf den Roman gefreut. Lange Zeit blieb ich jedoch recht unbeeindruckt, da sich der Kriminalfall und seine Ermittlung nicht großartig von anderen Detektivgeschichten, wie zum Beispiel die von Arthur Conan Doyle, unterschied. Doch eigentlich hätte ich es besser wissen müssen. Agatha Christie wird nicht ohne Grund so sehr verehrt und das Ende von Alibi konnte mich ordentlich aus den Socken hauen.

In King’s Abbott geht das Gerücht um, Mrs Ferrars soll ihren Ehemann ermordet haben, damit sie mit ihrer wahren großen Liebe Roger Ackroyd zusammen sein kann. Als dann auch noch Mrs Ferrars tot aufgefunden wird, ist Roger Ackroyd besorgt: Er ist davon überzeugt, dass seine Geliebte um eine große Summe Geld erpresst worden ist, da jemand herausgefunden hatte, welche Rolle sie beim Tod ihres Mannes tatsächlich spielte. In einem Brief habe sie ihm davon berichtet, doch bevor Roger Ackroyd mit den Beweisen zur Polizei gehen kann, wird auch er ermordet und die Lage spitzt sich zu: Ist der Mörder Ackroyds gleichzeitig auch der Erpresser von Mrs Ferrars? Wer könnte ein Motiv haben? Und wieso ist sein Stiefsohn Ralph Paton plötzlich spurlos verschwunden? Ackroyds Nichte Flora beauftragt den berühmten Detektiv Hercule Poirot, den Kriminalfall aufzudecken und dieser hat sofort eine Vermutung. Am Abend seines Todes gab Roger Ackroyd eine Dinnerparty in seinem Haus. Der Butler bestätigt, dass zum Todeszeitpunkt keine fremde Person das Haus betreten hat. Der Mörder befindet sich also höchstwahrscheinlich unter den Gästen…

„Alibi“ von Agatha Christie macht anfangs einen unscheinbaren Eindruck und überrascht zum Ende mit einer unvorhersehbaren Wendung. Klick um zu Tweeten

Hercule Poirot stellt für mich einen modernen Sherlock Holmes dar. Er ist genauso clever, verfügt über eine ebenso große Auffassungsgabe und hat ein ganz besonderes Gespür für Details. Der Belgier, der ab und zu ganz leger ein französisches Wort in die Unterhaltung einfließen lassen kann, wird jedoch von den Charakteren nicht immer ganz ernst genommen. Oft geht er einer Spur nach, die völlig irrelevant für den Fall zu sein scheint und bei eventuellen Nachfragen blockt er sofort ab. Hercule Poirot wisse, was er macht. Hercule Poirot sähe alles. Hercule Poirot denkt nicht, er weiß. Alles Aussagen, die er im Verlauf des Buches immer wieder selbst über sich zum Besten gibt und den Leser schnell genervt stimmen können. Anders als Sherlock Holmes ist Hercule Poirot kein Charakter, den man besonders ernst nehmen kann und deswegen stellt ihm Agatha Christie Dr. Sheppard zur Seite. James Sheppard ist der Ich-Erzähler des Romans Alibi und weist große Ähnlichkeit zu Dr. Watson auf. Nicht nur beginnen beide ihre Vornamen mit einem „J“ und sie üben Berufe in der Medizin aus, sie dienen dem Leser vor allem dazu, die vielen Hinweise und Gedankenschnipsel des Detektivs in einen logischen Zusammenhang zu bringen. Immer wieder muss Dr. Sheppard bei Hercule Poirot nachhaken, er muss jede noch so kleine Idee hinterfragen, um zu verstehen, in welche Richtung der Ermittlung sie sich bewegen.

Da ich von vielen Freunden und Lesern meines Blogs im Vorfeld gesagt bekommen habe, wie unglaublich toll Agatha Christies Roman Alibi doch sei, ging ich natürlich mit einer unglaublich hohen Erwartung an die Geschichte heran. Das war nicht unbedingt gut, da die eigentliche Handlung nichts Spektakuläres ist. Wie ich oben schon erwähnte, unterscheidet sie sich nicht groß von anderen Detektivromanen. Es geschieht ein Mord und dieser wird im klassischen whodunnit Stil aufgelöst. Immer wieder gerät mal eine andere Person in das Visier des Lesers, ihre Absichten werden besonders hinterfragt und angezweifelt, doch der wirkliche Super-Gau der Geschichte ereignet sich erst in den letzten drei Kapiteln. Jetzt, da ich die komplette Handlung kenne, würde ich natürlich auch jedem raten, sich dieses Buch zu besorgen, doch gleichzeitig warne ich euch auch: Erwartet vom eigentlichen Mordfall nicht zu viel.

Hinweis
Diese Rezension sowie die unten stehende abschließende Bewertung basieren einzig und allein auf meiner subjektiven, ehrlichen Meinung. Alle angesprochenen Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge können nicht auf die allgemeine Leserschaft des Buches bezogen werden. 
ECKDATEN ZUM BUCH:

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Quelle: Atlantik Verlag

Erscheinungstermin: 08.09.2014
Seiten: 285
ISBN: 978-3-455-65004-4
Autorin: Agatha Christie
Originaltitel: The Murder of Roger Ackroyd
Übersetzer:
Michael Mundhenk
Preis
: 12€ (Taschenbuch)

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INFORMATIONEN ZUR AUTORIN:

Agatha Christie begründete den modernen britischen Kriminalroman und avancierte im Laufe ihres Lebens zur bekanntesten Krimiautorin aller Zeiten. Ihre beliebten Helden Hercule Poirot und Miss Marple sind – auch durch die Verfilmungen – einem Millionenpublikum bekannt. 1971 wurde sie in den Adelsstand erhoben. Agatha Christie starb 1976 im Alter von 85 Jahren. (Quelle: Atlantik Verlag)

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