Rezension || Alles, was ich weiß über die Liebe

by Marie-Theres Werner
Anzeige: Dieses Rezensionsexemplar wurde mir von Kiepenheuer & Witsch zur Verfügung gestellt.
WORUM GEHT ES?

„Ein warmes und witziges Memoir über das Erwachsenwerden und alle Lektionen, die man dabei lernt: Dolly Alderton, Shootingstar der englischen Literatur, weiß wirklich alles über desaströse Dates, chaotische Nächte und falsche Entscheidungen. Sie weiß, wie es ist, wenn einem das Herz gebrochen wird – aber auch, wie man es flickt. Denn vor allem erzählt Dolly so brutal ehrlich wie unfassbar komisch vom großen Glück der Freundschaften, die fürs Leben sind und nicht nur Lückenfüller zwischen Liebhabern. Dolly Alderton kennt alle Seiten der Liebe, die guten und die dunklen. Da ist der Guru, der tief in ihr Inneres schauen kann und der sich am Morgen nach der lang ersehnten ersten Nacht doch aus dem Staub macht. Oder ein dubioser Kerl in New York, der sie zu einem Dreier überreden will. Oder der verplante Hippie, für den sie sich die Haare abrasiert. Und dann stellt Dolly plötzlich fest, dass es Liebe auch ganz anders gibt und dass die Freundschaften mit ihren Mädels ihr mehr über die Liebe beigebracht haben als alle Männer. Freundinnen, die für einen da sind, wenn man nicht weiß, wovon man die Miete zahlen soll, wenn eine Beziehung zerbrochen ist oder die Rod-Stewart-Mottoparty nach hinten losgeht.“ (Quelle: Kiepenheuer & Witsch)

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MEINE MEINUNG:

Dolly ist in ihren Zwanzigern und versucht, ihren Platz in der Welt zu finden. Gemeinsam mit ihren besten Freundinnen kämpft sie sich durch den Alltag – sie bewältigt das College, zieht aus ihrem Elternhaus aus, sucht die große Liebe und arbeitet sich mühselig in der Journalistenwelt nach oben – und muss sich immer wieder die Frage stellen, was wirklich wichtig ist im Leben. Warum findet Farly ihren Traummann, während Dollys Abenteuer nicht länger als ein paar Monate halten? Wieso ziehen ihre Freunde nach und nach aus dem gemeinsamen Haus aus, während sich Dolly verloren fühlt? Partys, Dates, Freunde, Jobs und das Leben sind auf dem Cover ihres Buches zwar durchgestrichen, doch um genau das soll es gehen: Dolly muss herausfinden, wer sie ist, was sie will und was ihr wirklich am Herzen liegt.

Wer ist Dolly Alderton und was will sie überhaupt im Leben? Genau darüber schreibt die Autorin in ihren Memoiren „Alles, was ich weiß über die Liebe“. Klick um zu Tweeten

Schon zu Beginn der Memoiren war ich von Dollys Art total angetan. Sie ist direkt, witzig, sarkastisch und vor allem ehrlich. Sie nimmt nie ein Blatt vor den Mund und schildert Erfahrungen stets aus ihrer Sicht. Dies kann an einigen Stellen egoistisch – teilweise sogar feministisch – rüberkommen, zum Beispiel wenn sie darüber spricht, welche Anforderungen an das Aussehen einer Frau gestellt werden (Make-Up, Kleid, Strumpfhose, High Heels) und dabei aber völlig außen vor lässt, dass auch Männer mit solchen Erwartungen an sich selbst zu kämpfen haben – doch großartig gestört hat mich dies nicht. Ich habe mich in vielen ihrer Erkenntnisse wiedergefunden, fühlte mich von ihr verstanden und konnte somit auch ihre Denkweise nachvollziehen.

Und wenn es nur das ist, wenn das alles ist, was da ist – nur ich und die Bäume und der Himmel und das Meer –, weiß ich, dass das genug ist.Dolly Alderton, Alles, was ich weiß über die Liebe, Kiepenheuer & Witsch

Doch das eine große Thema, das sich von Beginn bis Ende durch das Buch zieht, ist natürlich – wie es der Titel schon verrät – die Liebe. Was bedeutet „Liebe“ eigentlich? Wo kann man sie finden? Und braucht man sie überhaupt zum Leben? Dies sind einige der Fragen, die sich Dolly in ihren Zwanzigern immer wieder stellen muss. Egal ob auf Partys, bei Tinder oder auf der Arbeit, Dolly versucht überall ihren Prince Charming zu finden, diese eine Person, der sie nahe sein kann, mit der sie über alles reden und ihre Gedanken anvertrauen kann. Doch vor allem zu Beginn ihrer Memoiren scheint sich die Autorin verzweifelt in die Männerwelt zu stürzen: Sie geht regelmäßig auf Partys, betrinkt sich, nimmt einen Kerl mit nach Hause, nur um ein paar Wochen später das ganze Szenario mit einem anderen Auserwählten zu wiederholen. Ihre Rauschzustände und nächtlichen Eskapaden laufen immer wieder aus dem Ruder, ihre Freunde wirken besorgt, der Leser nach einigen hundert Seiten genervt, doch Dolly nimmt sich dies nicht zu Herzen. Wenn Farly, AJ und India die große Liebe finden können, dann möchte Dolly das auch – und dabei bedenkt sie überhaupt nicht, dass vor allem eine Art der Liebe viel wichtiger und intensiver sein kann als die eines Mannes.

Was bedeutet „Liebe“ eigentlich? Wo kann man sie finden? Und braucht man sie überhaupt zum Leben? Alles Fragen, denen sich Dolly Alderton in ihrem neuen Buch stellt. Klick um zu Tweeten

Ich habe Alles, was ich weiß über die Liebe gern gelesen. Ich habe laut gelacht, das Bedürfnis verspürt, Dolly einmal kräftig durchzuschütteln, habe mich in vielen, angesprochenen Punkten wiedererkannt und das Buch am Schluss zufrieden aus der Hand gelegt. Dolly schreibt nicht nur über ihr Leben und ihre Erfahrungen, sie teilt auch Rezepte mit ihren Lesern, fügt ein paar witzige SMS und E-Mails ein, sodass ihr Buch stets abwechslungsreich gestaltet ist. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ein Partygirl wie Dolly es schaffen kann, mir hilfreiche Tipps und Lektionen mit auf den Weg zu geben, doch dies werde ich noch einmal stark überdenken müssen…

Hinweis
Diese Rezension sowie die unten stehende abschließende Bewertung basieren einzig und allein auf meiner subjektiven, ehrlichen Meinung. Alle angesprochenen Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge können nicht auf die allgemeine Leserschaft des Buches bezogen werden. 
ECKDATEN ZUM BUCH:

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Quelle: Kiepenheuer & Witsch

Erscheinungstermin: 14.02.2019
Seiten: 336
ISBN: 978-3-462-31872-2
Autorin: Dolly Alderton
Originaltitel: Everything I know about love
Übersetzerin
: Friederike Achilles
Preis: 12,99€ (Klappenbroschur)

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INFORMATIONEN ZUR AUTORIN & ZUR ÜBERSETZERIN:

Dolly Alderton, geboren 1988, ist eine preisgekrönte Journalistin, die unter anderem für die Sunday Times, den Daily Telegraph, GQ und Marie Claire schreibt. Nach einer äußerst erfolgreichen Kolumne moderiert sie nun den wöchentlichen Podcast „The High Low Show“ und arbeitet als Drehbuchautorin und Regisseurin. Ihr erstes Buch Alles, was ich weiß über die Liebe wurde in England sogleich zu einem Bestseller. (Quelle: Kiepenheuer & Witsch)

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Friederike Achilles, Jahrgang 1978, studierte Germanistik, Medienwissenschaften und Kunstgeschichte in Marburg und Köln. Nach diversen Jobs von Theater bis Fernsehen entschied sie sich schließlich fürs Büchermachen. Sie lebt mit Philipp in Köln, hat aber ständig Fernweh. (Quelle: Kiepenheuer & Witsch)

2 comments

Isabel 3. Mai 2019 - 12:33

Liebe Marie,
eine schöne Rezension. Das Buch kommt auf jedenfall mal auf meine WuLi. Freue mich Dich hier beim #litnetzwerk gefunden zu haben. Mag Dein Blogdesign und schaue sicher öfter mal vorbei.
Liebe Grüsse
Isabel

Reply
Marie-Theres Werner 4. Mai 2019 - 9:17

Liebe Isabel,
ich freue mich, dass dir der Beitrag gefallen hat und bin schon gespannt darauf, was du zu dem Buch sagen wirst!
Noch toller finde ich es, dass dir mein Blogdesign gefällt und auch bei dir werde ich gleich einmal vorbeischauen 🙂
Liebe Grüße
Marie

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