Rezension || Bob, der Streuner

by Marie-Theres Werner
WORUM GEHT ES?

Das Letzte was James (Luke Treadaway) gebrauchen kann, ist ein Haustier! Er schlägt sich von Tag zu Tag als Straßenmusiker durch und sein mageres Einkommen reicht gerade, um sich selbst über Wasser zu halten. Und jetzt auch noch das: Als es eines Abends in seiner Wohnung scheppert, steht da nicht wie vermutet ein Einbrecher in der Küche, sondern ein roter ausgehungerter Kater, der wie sein tierisches Ebenbild aussieht. Obwohl knapp bei Kasse beschließt er, den aufgeweckten Kater aufzupäppeln, um ihn dann wieder seines Weges ziehen zu lassen. Doch Bob hat seinen eigenen Kopf und denkt gar nicht daran, James zu verlassen. Er folgt ihm auf Schritt und Tritt. Für James ist nichts mehr wie es war. Bob und er werden unzertrennliche Freunde und James findet Dank Bob nach und nach den Weg zurück ins Leben…. (Quelle: Concorde Filmverleih)

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MEINE MEINUNG:

James Bowen hat kein einfaches Leben. Er ist obdachlos, drogenabhängig und kann sich mit Hilfe seiner Gitarre gerade so über Wasser halten. Ihm ist bewusst, dass es so nicht weiter gehen kann, daher beschloss er, sich in Therapie zu begeben. Doch wie viele andere Suchtkranke, wird James rückfällig, spritzt sich Heroin und stirbt dabei fast an einer Überdosis, denn die Droge und das Methadon, das er von seiner Betreuerin Val verschrieben bekommen hat, vertragen sich nicht gut. Fast scheint es so, als würde James noch tiefer sinken, doch Val hat ein unbeschreiblich großes Vertrauen zu ihm und beschließt, entgegen der Warnungen anderer, ihm eine Sozialwohnung zu besorgen.

Sein neues Zuhause ist beinahe Luxus für James. Er hat warmes Wasser, ein Bett und vor allem ein Dach über den Kopf. Die einzige Bedingung, diese Wohnung halten zu können, ist seine weitere Teilnahme am Methadon-Substitutionsprogramm. Seine Straßenmusik läuft weiterhin eher schlecht als recht und auch der ständige Kontakt zu Dealern, die direkt in seiner Nachbarschaft ihre Kunden haben, ist alles andere als leicht für James. Und dann taucht eines Tages auch noch dieser Kater auf. Er plündert den Kühlschrank, klaut ein paar Cornflakes und schnorrt sich letztendlich sogar eine kleine Schüssel Milch. James schafft es kaum, seinen eigenen Hunger zu stillen – für ein Haustier kann er keinesfalls sorgen – daher lässt er den Kater am nächsten Tag wieder frei. Doch dieser hat andere Pläne. Er hat einen Narren an James gefressen und beschließt, dass er von nun an sein bester Freund sein wird. James ist davon anfangs nicht beeindruckt, doch auch er kann die Gesellschaft gut gebrauchen und gemeinsam erleben die beiden einige Höhen, aber auch sehr viele Tiefen.

In „Bob, der Streuner“ geht es um Liebe, Zusammenhalt, aber vor allem um die ganz besondere Freundschaft zwischen einem Mann und seinem Kater. Klick um zu Tweeten

Die gleichnamige Biografie Bob, der Streuner: Die Katze, die mein Leben veränderte steht schon seit einer Weile in meinem Bücherregal, aber leider bin ich bisher noch nicht dazu gekommen, sie zu lesen. Als ich die Verfilmung dann aber auf Netflix gefunden hatte, musste ich meinen Vorsatz, das Buch immer zuerst zu kennen, beiseite schieben. Wer könnte dem süßen Kater auf dem Cover schon widerstehen?
Nachdem ich Anfang des Jahres Arthur von Mikael Lindnord verschlungen hatte, war ich sehr angetan von inspirierenden Tiergeschichten, die man sonst nur aus der Feder Hollywoods kennt und Bob, der Streuner war genau das Richtige für mich. James und sein Kater entwickeln nicht nur eine unglaubliche Freundschaft, sie werden eine kleine Familie und gemeinsam gehen sie durch dick und dünn. Der Film ist bewegend, lustig, einfühlsam und schlichtweg niedlich. Bob begleitet sein Herrchen von einer Hürde zur nächsten und die Spannung des Films geht bis zum Schluss nicht verloren. Die Verbindung zwischen Luke Treadaway und Bob (ja, der Kater spielt sich im Film selbst) ist unglaublich harmonisch – es scheint fast so, als würden sich die beiden seit Jahren kennen – und man nimmt kaum wahr, dass das meiste davon doch nur Schauspielerei ist. Ohne viel von der Handlung verraten zu wollen, kann ich diesen Film allen Katzen- und Tierfans wärmstens empfehlen.

Hinweis
Diese Rezension sowie die unten stehende abschließende Bewertung basieren einzig und allein auf meiner subjektiven, ehrlichen Meinung. Alle angesprochenen Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge können nicht auf das allgemeine Publikum des Filmes bezogen werden. 
ECKDATEN ZUM FILM:

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Quelle: Concorde Filmverleih

Erscheinungstermin: 18.05.2017
Laufzeit: 99 Minuten
Regisseur: Roger Spottiswoode
Originaltitel: A Street Cat Named Bob
Drehbuch
: Tim John, Maria Nation
Produzent: Adam Rolston
Preis: 12,99€ (DVD), 9,99€ (Blu-ray)

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INFORMATIONEN ZUM REGISSEUR:

Roger Spottiswoode ist ein US-amerikanischer Filmregisseur. Zu seinem Repertoire gehören Werke wie zum Beispiel Under Fire, Der Morgen stirbt nie und Scott & Huutsch. Neben dem Special Grand Prize of the Jury, den er beim Montréal World Film Festival gewann, war er außerdem für einen Emmy nominiert und gewann 1998 den Gemini Award für Hiroshima. (Quelle: Wikipedia)

3 comments

Yvonne 27. Oktober 2019 - 17:43

Hallo Marie,
danke für deine Rezension!
Damit hast du mir richtig Lust auf den Film gemacht 😀 Ich weiß nicht warum, aber ich habe den Film irgendwie lange Zeit mit einem Hund verbunden, dabei geht es ja um eine Katze. Er klingt auf alle Fälle sehr, sehr schön und auch danke für die Info, dass er auf Netflix ist! dann weiß ich ja schon, was ich nächste Woche so schönes gucken werde.
Liebe Grüße
Yvonne 🙂

Reply
Nadine 27. Oktober 2019 - 9:06

Da hast du mir ja jetzt Lust auf den Film gemacht! Habe schon viel positives zu dem Film gehört und muss ich mal nachholen! Klingt nach etwas, dass mir bestimmt gut gefallen wird. Auf jedenfall eine sehr schöne Rezension und mir hat es auch gefallen, dass du unten etwas zu dem Regisseur geschrieben hast, mir war sein Name bisher nämlich unbekannt.

alles Liebe

Nadine

Reply
René 26. Oktober 2019 - 8:52

Hallo Marie,

eine schöne Rezension. Obwohl mir die Geschichte bekannt ist, habe ich Film weder gesehen noch Buch gelesen. Vielleicht sollte ich das mal ändern.

Liebe Grüße
René

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