Rezension || Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand

by Marie-Theres Werner
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WORUM GEHT ES?

„’Humbug!‘ Soeben von seiner Amerika-Tour zurückgekehrt, jagt für den 31-jährigen Autoren Charles Dickens leider ein literarischer Flop den nächsten. Obwohl er bereits beachtliche Erfolge für sich verbuchen konnte und es auch familiär nicht besser laufen könnte, möchte sich der nächste „große Wurf“ so recht nicht einstellen. Außerdem drückt der Schuh auch finanziell, da man sich das Leben eines britischen Gentlemans erst einmal leisten können muss. Schließlich kommt doch die Inspiration zu einer neuen Story, doch außer dem Namen „Eine Weihnachtsgeschichte“ und ein paar vager Ideen will sich so recht nichts einstellen. Hilfe erhält er ausgerechnet von seiner Hauptfigur, Ebenezer Scrooge, die sich plötzlich in seinem Arbeitszimmer materialisiert…“ (Quelle: KSM GmbH)

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MEINE MEINUNG:

Charles Dickens Eine Weihnachtsgeschichte gehört seit Jahren zu meinen Traditionen am Heiligen Fest. Immer am 23. Dezember gucke ich die Verfilmung mit Jim Carrey und habe auch erst dann das Gefühl, dass Weihnachten tatsächlich vor der Tür steht. Die Printausgabe von Dickens Geschichte darf in meinem Bücherregal natürlich auch nicht fehlen – nur Ebenezer Scrooge, Jacob Marley und die drei Geister schaffen es immer wieder aufs Neue, mich auf das Fest der Liebe einzustimmen. Doch wie kam Charles Dickens eigentlich auf diese Idee?

Nachdem Oliver Twist ein großer Erfolg war und er nach seiner Lesungsreise durch Amerika wieder zu Hause in London ist, hat Charles Dickens große Probleme, einen weiteren Spitzenroman zu veröffentlichen. Ein Flop folgt auf den nächsten und das Geld wird langsam knapp. Mit vier Kindern und einer schwangeren Ehefrau droht Charles Dickens, das Dach auf den Kopf zu fallen und somit geht er mit seinen Verlegern einen riskanten Deal ein: Er will es schaffen, innerhalb von nur sechs Wochen ein neues Buch zu schreiben. Ein Buch, das an Weihnachten erscheinen soll. Die Verleger sind allerdings skeptisch: Niemand feiert Mitte des 19. Jahrhunderts das Fest der Liebe, wieso sollten die Leute dann eine Weihnachtsgeschichte lesen wollen?
Doch Charles Dickens hält an seiner Idee fest. Er ist davon überzeugt, dass dieser unveröffentlichte Roman der beste sein wird, den er je geschrieben hat. Nach und nach spinnt er sich eine Geschichte zusammen – Scrooge, Marley und Cratchit werden in seinem Schreibzimmer lebendig. A Christmas Carol nimmt immer mehr Gestalt an, doch als Dickens droht, in eine Schreibblockade zu verfallen, muss er aufpassen, dass er nicht selbst zu einem zynischen, egoistischen Charakter aus seiner Geschichte wird…

„Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand“ zeigt die wohl bekannteste Geschichte des Schriftstellers von einer ganz anderen Seite. Klick um zu Tweeten

Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand hat mich absolut begeistert. Zwar verbreitet der Film nicht unbedingt eine weihnachtliche Stimmung, da das Leben des Schriftstellers im Mittelpunkt steht, doch man bekommt die Gelegenheit, Ebenezer Scrooge und Co. von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Es dominieren hauptsächlich dunkle Farben in den einzelnen Szenen und die Atmosphäre ist düster und geheimnisvoll gehalten, was zum einen den Charakter von Dickens Hauptperson wunderbar widerspiegelt, zum anderen aber auch seinen inneren Gemütszustand zur Geltung bringt. Dan Stevens gibt einen wirklich guten Charles Dickens ab und die Interaktion mit den Charakteren aus seiner Geschichte verleiht dem Film etwas Fantastisches.
Am interessantesten fand ich jedoch, dass der Schriftsteller anhand seiner Ideenfindung auch sein eigenes Leben beleuchtet und, ähnlich wie Ebenezer Scrooge, die Weihnachten seiner Vergangenheit besucht. Somit wird nicht nur eine wunderbare Parallele zu Eine Weihnachtsgeschichte hergestellt, sondern man lernt Charles Dickens etwas genauer kennen. Obwohl die Geschichte der drei Geister ein absoluter Klassiker in der kalten Jahreszeit ist, fokussiert Der Mann der Weihnachten erfand allerdings nicht darauf. Natürlich kann man ihn begleitend zum Film mit Jim Carrey, Gary Oldman und Colin Firth schauen, ein Muss ist es aber nicht.

Hinweis
Diese Rezension sowie die unten stehende abschließende Bewertung basieren einzig und allein auf meiner subjektiven, ehrlichen Meinung. Alle angesprochenen Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge können nicht auf das allgemeine Publikum des Filmes bezogen werden. 
ECKDATEN ZUM FILM:

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Quelle: KSM GmbH

Erscheinungstermin: 22.11.2018
Laufzeit: 100 Minuten
Regisseur: Bharat Nalluri
Originaltitel: The Man Who Invented Christmas
Drehbuch
: Susan Coyne
Produzent: Robert Mickelson, Ian Sharples
Preis: 14,99€ (DVD)

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INFORMATIONEN ZUM REGISSEUR:

Bharat Nalluri ist ein Fernseh- und Filmregisseur, der vor allem für seine Arbeit an den Serien Spooks, Life on Mars und Hustle bekannt ist. Spooks gewann in der Kategorie Beste Drama Serie einen BAFTA und für Life on Mars wurde Nalluri in der Kategorie Beste Regie nominiert. Zu seiner Filmographie gehören außerdem Werke wie The Crow III – Tödliche Erlösung und Miss Pettigrews großer Tag. (Quelle: Wikipedia)

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3 comments

Ivy 10. Januar 2020 - 22:35

Ich habe den Film auch dieses Weihnachten geschaut und war wahnsinnig begeistert. „A Christmas Carol“ ist seit ich denken kann meine liebste Weihnachtsgeschichte. ich liebe Charles Dickens. Ich lese dieses Buch wirklich jedes Jahr zu Weihnachten und habe mich riesig über den Film gefreut. ich stimme dir zu, dass er nicht unbedingt viel weihnachtliche Stimmung verbreitet, aber dennoch fand ich ihn wahnsinnig toll!

Liebste Grüße
Ivy

Reply
Marie-Theres Werner 11. Januar 2020 - 13:09

Liebe Ivy,
es freut mich, dass dir der Film auch so gut gefallen hat! „Eine Weihnachtsgeschichte“ ist tatsächlich ein kleines Meisterwerk und Dan Stevens hat dem Autor – wie ich finde – noch einmal das gewisse Etwas verpasst 🙂
Liebe Grüße
Marie

Reply
Bücherjunge_DD 31. Dezember 2019 - 11:54

Schöne buchige Hinweise. Und so weihnachtlich 😉

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