Rezension || Das Schicksal ist ein mieser Verräter

by Marie-Theres Werner
WORUM GEHT ES?

„’Krebsbücher sind doof‘, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander – trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.“ (Quelle: Hanser Literaturverlage)

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MEINE MEINUNG:

Viele würden Hazel als depressiv beschreiben, aber ich finde sie wirkte eher wütend. Wütend, dass das Schicksal sie getroffen hat und nicht jemand anderes; wütend, dass sie ihr Leben nicht so führen kann wie sie es will. Und doch, finde ich, hat sie sich mit ihrer Situation recht gut arrangiert – so gut wie es eben geht.
Widerwillig besucht sie eine Selbsthilfegruppe um ihre Eltern glücklich zu machen, wobei sie mir nicht wie eine Person erscheint, der es helfen würde, über ihre Probleme zu sprechen. Hazel weiß ganz genau, was mit ihr passieren wird. Gespräche und gegenseitige Anteilnahme werden die Folgen ihrer Krankheit wohl kaum schmälern. Als sie dann Augustus kennenlernt, hätte ich nicht gedacht, dass ausgerechnet er ihr neuen Mut schenken kann.

Gus ist unglaublich selbstsicher, er hält sich schon fast für einen Helden, weil er seinen Krebs besiegt hat. Und doch ist seine größte Angst vergessen zu werden. Die Welt soll wissen, wie großartig er ist, vorher würde er nicht von diesem Planeten abtreten. Hazel und er geraten oft aneinander und diskutieren über die unaufhaltsame Krankheit. Während sie sich mit den Folgen abgefunden hat, habe ich das Gefühl, dass Augustus genau das nicht kann und will. In seiner Welt ist alles besiegbar, Furcht ist ein Fremdwort für ihn. Komischerweise war es genau diese primitive Einstellung zum Glück, mit der er es geschafft hat, Hazel und auch mich um seinen Finger zu wickeln.

Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird auf dieser Welt, aber man kann mitbestimmen, von wem. John Green, Das Schicksal ist ein mieser Verräter, Hanser-Literaturverlage

Je weiter ich mich in den Roman gelesen hatte, desto mehr hatte ich erkannt, dass Gus die pure Lebensfreude verkörpert. Als Hazel ihm ihr Lieblingsbuch zum Lesen gibt, will er sich mit dem Ende nicht abfinden – wahrscheinlich gerade weil es so komplett gegen seine Prinzipien verstößt. Um aber Antworten auf seine Fragen zu bekommen, warum der Autor sich dazu entschieden hat, das Buch so enden zu lassen, erfüllt er Hazels größten Wunsch: Sie fliegen gemeinsam nach Amsterdam. Die beiden erleben ein Abenteuer. Sie verlieben sich, entdecken ein anderes Land, machen neue Bekanntschaften und erhalten Nachrichten, die ihre Welten aus der Bahn werfen.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter erzählt von Überraschungen, Lebensfreude, Hoffnung und Verlust. Man denkt, die Handlung des Buches voraussagen zu können, doch dann kommt alles ganz anders. John Green schafft es, dass dem Leser seine Charaktere ans Herz wachsen. Man lernt loszulassen und sich mit dem Unmöglichen abzufinden.

Ein Buch für alle, die neue Hoffnung schöpfen müssen.

Hinweis
Diese Rezension sowie die unten stehende abschließende Bewertung basieren einzig und allein auf meiner subjektiven, ehrlichen Meinung. Alle angesprochenen Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge können nicht auf die allgemeine Leserschaft des Buches bezogen werden. 
ECKDATEN ZUM BUCH:

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Quelle: Hanser Literaturverlage

Erscheinungstermin: 30.07.2012
Seiten: 336
ISBN: 978-3-423-62583-8
Autor: John Green
Originaltitel: The fault in our stars
Übersetzerin
: Sophie Zeitz
Preis: 18€ (Hardcover), 9,95€ (Taschenbuch), 9,99€ (E-Book), 15€ (Hörbuch)

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INFORMATIONEN ZUM AUTOR:

John Green, 1977 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt Eine wie Alaska (2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Das Buch wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. war es für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Darauf folgten die Jugendromane Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen)  (2008) und Margos Spuren (2010), ebenfalls nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und ausgezeichnet mit der Corine. Greens jüngster Jugendroman Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2012) ist ein weltweiter Bestseller, der in über 40 Sprachen übersetzt und verfilmt wurde. Auch in Deutschland stand der Titel über ein Jahr auf der Spiegel-Bestsellerliste, wurde u.a. mit dem Buxtehuder Bullen und dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 (Preis der Jugendjury) ausgezeichnet. (Quelle: Hanser Literaturverlage)

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