Rezension || Liebe machen von Moses Wolff

by Marie-Theres Werner
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Anzeige: Dieses Rezensionsexemplar wurde mir vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt.
WORUM GEHT ES?

„Als die zwanzigjährige Dagmar in einer lauen Kölner Nacht im März 1970 aus dem Schlaf hochschreckt, ahnt sie nicht, dass in Hamburg ein junger Mann, Götz, ebenfalls wach liegt und denselben Traum träumt wie sie. Und vor allem ahnen weder Dagmar noch Götz, dass das Schicksal sie füreinander bestimmt hat … Noch im selben Jahr werden sie sich auf dem Oktoberfest begegnen, sich verlieben – und dann für lange Zeit aus den Augen zu verlieren, ohne zu wissen, wie nah sie sich eigentlich die ganzen Jahre über sind“ (Quelle: Piper Verlag).

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MEINE MEINUNG:

Glaubt ihr eigentlich an Liebe auf den ersten Blick? An diesen Moment, wenn sich eure Blicke treffen und ihr ganz genau wisst, für diese Person seid ihr bestimmt? Genau so geht es Dagmar und Götz im Jahr 1970 auf einem Festival. Für nur einen kurzen Moment sehen sie sich an und wissen, dass sie den jeweils anderen nicht mehr vergessen können. Doch Dagmar und Götz kommen aus zwei unterschiedlichen Welten. Sie lebt im Rheinland, ist beim Kölsch und Karneval zu Hause und Götz wohnt in Hamburg. Sie ist Journalistin, liebt ihren Job und würde Köln nur ungern verlassen, er ist ein Freigeist, reist gern um die Welt, fühlt sich überall und nirgends wohl und ist stets umgeben von einer gewissen Unruhe.

Als sie sich also im Jahr darauf ein zweites Mal über den Weg laufen, sind Dagmar und Götz davon überzeugt, dass ihr Zusammentreffen kein Zufall war. Sie kosten die Schmetterlinge und das Kribbeln im Bauch voll aus, ignorieren alles um sich herum und küssen sich – einfach so, ohne ein einziges Wort, mitten auf dem Oktoberfest. Als sich ihre Wege erneut trennen, wissen sie noch nicht, dass es diesmal mehrere Jahrzehnte dauern soll, bis sie sich wieder in die Arme schließen können. Beide machen mit ihren Leben weiter, führen Beziehungen, wohnen in fremden Orten, doch hier und da denken sie an diesen einen Schicksalsmoment zurück. Sind sie damals zu leichtfertig mit der Situation umgegangen? Was hätte aus ihnen werden können? Und werden sie noch einmal eine Chance bekommen?

Plötzlich schien alles wie in Zeitlupe zu geschehen […] Es kam ihm vor, als gäbe es keine Realität, keine Zukunft, keine Vergangenheit, keine Gegenwart mehr.Moses Wolff, Liebe machen, Piper Verlag

Schon das Cover strahlt gewisse Retro-Vibes aus und der Inhalt wird diesem auch definitiv gerecht. Liebe machen war für mich ein interessanter Ausflug in die Vergangenheit: Jimi Hendrix‘ letzter Auftritt, das Leben in Kommunen, der erste Walkman, die Gründung von Ton Steine Scherben, Michael-Jackson-Skandale und die erste Love Parade – vor allem ich, ein Kind der 90er, habe mich sehr gern auf diese Zeitreise begeben und Events, die ich vorher nur von Geschichten meiner Eltern kannte, virtuell begleitet.
Auch die Geschichte zwischen Dagmar und Götz hat mir gefallen – das spontane, magische Aufeinandertreffen, die Sehnsucht und das Verlangen nach einem Wiedersehen. Doch zwischendurch blieb die Spannung für mich etwas zurück; der Nervenkitzel, wie knapp sie sich jedes Mal in ihren Leben verpassen, hat mich nicht ganz erreicht, aber vielleicht war das auch gar nicht die Absicht des Romans. Man begleitet die beiden Menschen auf ihrer Reise durch die Jahre, durchlebt mit ihnen große geschichtliche Wendepunkte und erinnert sich, genau wie Dagmar und Götz, gern an ihr ersten Treffen zurück. Ob sie allerdings wirklich füreinander bestimmt sind oder sich nie wieder sehen, war für mich nicht das Highlight des Buchs (obwohl dies der Klappentext ja vermuten lässt).

Hinweis
Diese Rezension sowie die unten stehende abschließende Bewertung basieren einzig und allein auf meiner subjektiven, ehrlichen Meinung. Alle angesprochenen Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge können nicht auf die allgemeine Leserschaft des Buches bezogen werden. 
ECKDATEN ZUM BUCH:

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Quelle: Piper Verlag

Erscheinungstermin: 03.08.2020
Seiten: 288
ISBN: 978-3-492-30749-9
Autor: Moses Wolff
Preis: 10€ (Taschenbuch), 8,99€ (E-Book)

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INFORMATIONEN ZUM AUTOR:

Moses Wolff, geboren 1969, ist Autor, Schauspieler und Komiker. Er schreibt regelmäßig für das Satiremagazin Titanic und ist Mitveranstalter der erfolgreichen Münchner Lesebühne „Schwabinger Schaumschläger Show“. 2015 erhielt er den Schwabinger Kunstpreis. Gemeinsam mit Arnd Schimkat hat er den mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle verfilmten Romans Highway to Hellas verfasst. Moses Wolff wohnt in der Münchner Isarvorstadt (Quelle: Piper Verlag).

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