Rezension || Midnight in Paris

by Marie-Theres Werner
WORUM GEHT ES?

Ein Wunschtraum geht für den Amerikaner Gil (Owen Wilson) in Erfüllung, als er mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) Urlaub in Paris verbringen kann. Seit seiner Jugend schwärmt Gil von der dortigen Künstlerszene der Zwanzigerjahre. Wenn er nur damals hätte leben können! Hemingway (Corey Stoll), Fitzgerald (Tom Hiddleston), Gertrude Stein (Kathy Bates) – das sind die Idole des erfolgreichen Hollywood-Drehbuchautors. Inez hat indes kein Verständnis für seine Schwärmerei. Eines Abends bricht Gil alleine auf und verirrt sich bei seinem Streifzug durch die Straßen der Stadt der Liebe. Punkt Mitternacht geschieht etwas Magisches: Gil wird von einer Limousine aufgelesen, die ihn geradewegs in die Roaring Twenties transportiert, zu allen legendären Künstlern, die er immer schon bewundert hat! Mit einem Mal ist nichts mehr wie es vorher war … (Quelle: Concorde Filmverleih)

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MEINE MEINUNG:

Gil Pender ist erfolgreicher Hollywood-Drehbuchautor, mit einer wunderschönen Frau verlobt und verbringt gemeinsam mit ihr seinen Urlaub in Paris. Während Gil von der Stadt und dem französischen Leben schwärmt, ist seine Verlobte Inez damit beschäftigt, die Hochzeit zu planen und sich mit Paul, einem ehemaligen Studienkollegen, zu treffen. Nur widerwillig schließt sich Gil diesen Verabredungen an, versucht dabei so gut es geht die besserwisserischen Kommentare von Paul zu ignorieren und die Kunst- und Literaturszene von Paris in sich aufzunehmen. Vor allem schwärmt der Amerikaner von den 1920er Jahren – wie aufregend und sorgenfrei das Leben damals doch gewesen sein muss!

Während Inez absolut nichts für Gils Fantasien übrig hat, entscheidet er sich dazu, einen Abend allein zu verbringen. In Ruhe möchte er die wunderschöne Stadt bei Nacht genießen und sich in seinen Gedanken verlieren. Selbst als Gil sich angetrunken verirrt, scheint er keinerlei Bedenken zu haben, denn plötzlich taucht ein Oldtimer mit Partygästen vor ihm auf und Gils Abend scheint so gut wie gerettet. Die Fremden entführen den Amerikaner auf eine Privatparty, die er anfangs für eine Kostümparty hält, doch schnell wird ihm bewusst, dass dem nicht so ist: Der Mann am Klavier ähnelt dem Komponisten Cole Porter viel zu sehr, Zelda und F. Scott Fitzgerald scheinen ihren Fotografien wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein und hieß es nicht, diese Party sei zu Ehren Jean Cocteaus? Völlig verwirrt sitzt Gil am nächsten Morgen auf seinem Hotelbett und ihm ist klar, dass er dieses Abenteuer noch einmal erleben will. Von da an steigt er jeden Abend um Mitternacht in den Oldtimer, trifft Gertrude Stein, die ihm mit seinem Manuskript helfen könnte, lernt Salvador Dalí kennen und bekommt schon bald die hübsche Adriana nicht mehr aus dem Kopf.

„Midnight in Paris“ ist eine Woody-Allen-Komödie, die sich dem Thema Literatur mit sehr viel Witz und Hingabe annimmt. Klick um zu Tweeten

Da ich ein großer Owen Wilson Fan bin, war mir von vornherein bewusst, dass ich mir Midnight in Paris anschauen muss. Gleichzeitig war dies aber auch mein erster Woody-Allen-Film und von dem bekannten Regisseur hatte ich schon eine Menge gehört – seine Filme seien verrückt, merkwürdig, eben „Typisch Woody“. Ich erwartete also eine Komödie, die mich nicht nur zum Lachen, sondern vor allem auch zum Staunen bringen würde und ich wurde keinesfalls enttäuscht. Von Anfang bis Ende dreht sich in dem Film alles um Literatur: Gils Schreibblockade und sein Zögern, nach langer Zeit mal einen Roman zu veröffentlichen, sein Schwärmen von Idolen wie Hemingway und F. Scott Fitzgerald und letztendlich Schreibtipps, die er von Schriftstellerin und Verlegerin Gertrude Stein erhält. In jeder neuen Szene trifft Gil auf eine weitere Person, die die Kunst der 1920er Jahre geprägt hat. So haben auch Pablo Picasso, Man Ray, T.S. Eliot und Henri Matisse kleine Auftritte in Midnight in Paris. Das ständige Wechseln der Charaktere habe ich aber keinesfalls als störend oder nervig empfunden, viel mehr konnte ich Gils Aufgeregtheit und Nervosität nachempfinden, war stets für einen Tapetenwechsel zu haben und hatte das Gefühl, dass der Film ordentlich Fahrt aufnimmt. Außerdem bekommt man immer wieder idyllische Stellen von Paris gezeigt und fängt selbst an, von den wilden Zwanzigern zu träumen.

Hinweis
Diese Rezension sowie die unten stehende abschließende Bewertung basieren einzig und allein auf meiner subjektiven, ehrlichen Meinung. Alle angesprochenen Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge können nicht auf das allgemeine Publikum des Filmes bezogen werden. 
ECKDATEN ZUM FILM:

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Quelle: Concorde Filmverleih

Erscheinungstermin: 18.08.2011
Laufzeit: 94 Minuten
Regisseur: Woody Allen
Originaltitel: Midnight in Paris
Drehbuch
: Woody Allen
Produzenten: Letty Aronson, Stephen Tenenbaum, Jaume Roures
Preis: 9,99€ (DVD), 10,99€ (Blu-ray)

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INFORMATIONEN ZUM REGISSEUR:

Woody Allen ist ein US-amerikanischer Drehbuchautor, Regisseur, Schauspieler, Komiker und Autor. Sein Debüt als Regisseur gab er mit der Neusynchronisation der Filmkomödie What’s Up, Tiger Lily? im Jahr 1966. Von da an folgten Filme wie Verbrechen und andere Kleinigkeiten, Manhattan Murder Mystery, Harry außer sich und Whatever Works – Liebe sich wer kann. Sein Spektrum reicht von lustig und romantisch bis hin zu ernst und düster. Durch seinen einzigartigen Stil und sein Feingefühl für Kunst wird Woody Allen oft als einer der besten Filmemacher der heutigen Zeit bezeichnet. (Quelle: IMDb)

1 comment

Nadine 5. August 2019 - 20:46

man beginnt bei dem Film wirklich von den 20er Jahren und Paris zu träumen. es ist einer meiner Lieblingsfilme und die Witzigen Dialogen, und Marion Cotilard:D
schöne Rezension!

Liebe Grüße

Nadine

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