Rezension || Mirror, Mirror

by Marie-Theres Werner
WORUM GEHT ES?

„Red, Leo, Rose und Naomi sind Außenseiter an ihrer Londoner Schule – die einen sicheren Hafen in ihrer Band gefunden haben. Ihr Leben ist alles andere als perfekt, aber ihre Musik verbindet sie, und sie sind gespannt, was die Zukunft für die Band Mirror, Mirror bereit hält.
Doch dann verschwindet Naomi und wird später bewusstlos aus der Themse gezogen. Ihre Freunde sind erschüttert und verwirrt. War es ein Unfall – oder ein missglückter Selbstmordversuch, wie die Polizei glaubt? Wenn sie Probleme hatte, warum hat sie ihnen nichts davon gesagt? Wie gut kennen sie ihre Bassistin eigentlich – und einander?
Um zu verstehen, was mit Naomi passiert ist, müssen Red, Leo und Rose sich schließlich ihren eigenen dunklen Geheimnisse stellen und das, was sie fühlen, mit dem, was sie der Außenwelt zeigen, in Einklang bringen.“ (Quelle: S. Fischer Verlage)

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MEINE MEINUNG:

Ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Fast regelmäßig wurde es mir von Bekannten empfohlen, so dass ich es selbst kaum noch erwarten konnte, mit Mirror, Mirror anzufangen. Doch leider wurden wir keine Freunde. Schon zu Beginn des Buches musste ich immer wieder den Kopf schütteln, legte es zur Seite und nahm es mit erneut geschöpfter Hoffnung wieder auf, aber es half nichts – ich musste einsehen, dass Mirror, Mirror einfach nicht mein Roman war und doch las ich ihn bis zum Ende…

Red, Leo, Rose und Naomi sind beste Freunde seit sie ihre Band „Mirror, Mirror“ vor etwa einem Jahr gegründet hatten. Gemeinsam können sie die ganzen Probleme, die zu Hause auf sie warten, vergessen: Reds Mutter ist Alkoholikerin und der Vater nie da, Rose‘ Vater ist mit einer deutlich jüngeren Frau zusammen und Leos Bruder sitzt wegen einer Messerstecherei im Gefängnis. Sie sind unzertrennlich, verbringen jede freie Minute zusammen, doch eines Tages verschwindet Naomi spurlos. Anfangs macht sich keiner so wirklich Sorgen – es ist einfach typisch Naomi. Mal verschwindet sie für ein paar Tage und taucht dann unangekündigt wieder auf. Doch dieses Mal ist alles anders. Nach acht Wochen findet man sie bewusstlos und mit Hämatomen übersät in der Themse.
Was ist geschehen? Die Polizei vermutet, dass ein Selbstmordversuch dahinter stecken könnte, doch Naomis Freunde wissen, dass das nicht möglich ist: Sie hatte Angst vor dem Wasser. Niemals hätte sie sich von einer Brücke gestürzt. Es liegt nun also an Red, Leo und Rose herauszufinden, was mit Naomi passiert ist. Wer hat ihr das angetan? Und könnte schon bald jemand anderes zum Opfer werden?

Red, Leo, Rose und Naomi gehen zusammen durch dick und dünn, bis Naomi eines Tages spurlos verschwindet. War es Selbstmord? Oder steckt ein gefährlicher Plan dahinter? Klick um zu Tweeten

Obwohl ich den allgemeinen Handlungsverlauf gar nicht so schlecht fand und sich das Buch zum Ende hin auch wirklich spannend entwickelt, wurde doch vieles durch den Schreibstil kaputt gemacht. Insgesamt war es mir einfach zu vulgär: Die vier Teenager benutzen am laufenden Band Kraftausdrücke wie „Alter“, „Fuck“, „Scheiße“ und Begriffe, die ich hier nicht nennen möchte. Nach den ersten drei Kapiteln hatte ich da eigentlich schon genug. Ich kenne einige Jugendliche, habe aber noch nie jemanden getroffen, der so viel flucht und schimpft.
Des Weiteren fand ich die Charakterisierungen der vier Hauptpersonen zu extrem. Red rasiert sich die Haare ab und rebelliert somit gegen seine Mutter, Naomi verkleidet sich regelmäßig als Manga-Charakter, um ihr wahres Ich zu verstecken, Rose sticht vor allem durch ihr lautes Mundwerk und ihre Vorliebe zum Alkohol heraus und Leo ist durchweg aggressiv. Mir fehlte zwischendurch ein Mauerblümchen, das die Extremsituation etwas ausgleicht. Die Teenager, ihre Sprache und ihr Aussehen waren sehr stereotypisch veranlagt – Cara Delevingne scheint sich hier nur auf die alltäglichen Probleme der Jugendlichen konzentriert zu haben, ständig ging es nur darum, was an ihrem Leben schlecht ist und davon war ich irgendwann einfach nur noch genervt.

Die Story an sich fand ich aber – wie ich bereits erwähnte – gar nicht schlecht. Die vier Freunde werden zu kleinen Detektiven, sammeln Hinweise und auch als Leser durchlebt man noch einmal die letzten Monate vor Naomis Verschwinden. Man rätselt etwas mit, ist zwischendurch empört und empfindet zum Schluss sogar Genugtuung. Das große Finale könnte zwar aus einem Hollywood-Film stammen (die Autorin konnte ihre Herkunft nicht ganz vertuschen), aber insgesamt bin ich mit der Geschichte, wie sie sich entwickelt und letztendlich aufgeklärt wird, sehr zufrieden gewesen. Vielleicht würde ich anders über Mirror, Mirror denken, wenn mir das Buch nicht mit großem Lob in die Hände gelegt worden wäre, aber mein Tipp ist, sich nicht zu viel davon zu erhoffen.

Hinweis
Diese Rezension sowie die unten stehende abschließende Bewertung basieren einzig und allein auf meiner subjektiven, ehrlichen Meinung. Alle angesprochenen Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge können nicht auf die allgemeine Leserschaft des Buches bezogen werden. 
ECKDATEN ZUM BUCH:

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Quelle: S. Fischer Verlage

Erscheinungstermin: 05.10.2017
Seiten: 368
ISBN: 978-3-596-70234-3
Autorin: Cara Delevingne
Originaltitel: Mirror, Mirror
Übersetzerin
: Anita Nirschl
Preis: 14,99€ (Klappenbroschur), 11€ (Taschenbuch), 12,99€ (E-Book)

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INFORMATIONEN ZUR AUTORIN:

Cara Delevingne ist eine der einflussreichsten Frauen ihrer Generation. Sie wurde in London geboren und 2009 weltweit berühmt. Bei den British Fashion Awards erhielt sie 2012 und 2014 die Auszeichnung als Model des Jahres. Ihre Schauspielkarriere begann 2012 mit einer Neuverfilmung von Anna Karenina. Seitdem spielte sie in großen Produktionen wie der Verfilmung des John-Green-Romans Margos Spuren, Suicide Squad, Valerian – Die Stadt der tausend Planeten und Life in a YearMirror, Mirror ist ihr erster Roman. (Quelle: S. Fischer Verlage)

5 comments

Katriona 5. Mai 2019 - 17:29

Hi! Danke für die ausführliche Rezension. Ich überlege bei dem Buch hin und her, ob ich es lesen möchte, oder nicht. Vielleicht probiere ich es einfach mal. LG, Kat

Reply
Marie-Theres Werner 5. Mai 2019 - 20:58

Liebe Kat,
die Geschichte ist wirklich toll. Die paar Kritikpunkte, die ich bezüglich der Ausdrucksweise und des Verhaltens der Charaktere angesprochen habe, kann jeder anders empfinden. Vielleicht gefällt es dir ja 🙂
Viel Spaß beim Lesen!
Liebe Grüße
Marie

Reply
Tintenhain 4. Mai 2019 - 10:38

Oh, ich hab das auch noch hier liegen. Vielleicht leigt es jetzt noch länger…

Reply
Rika 24. Februar 2019 - 18:58

Liebe Marie,
schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat, denn auch ich war ja eine der Pro-Stimmen. Doch wie das nun einmal so ist, kann ein Buch nicht jedem gefallen und ich glaube hier polarisiert der Schreibstil schon sehr. Ich wiederum fand es dadurch ziemlich authentisch, aber ich verstehe, dass dir das zu viel war.
Ich hoffe, dein nächstes Buch entspricht wieder mehr deinem Geschmack.

Liebst,
Rika

Reply
Marie-Theres Werner 24. Februar 2019 - 19:02

Hallo Rika,
natürlich, Geschmäcker sind immer unterschiedlich, aber das macht das Ganze ja auch interessant – somit kann man sich ausgiebig über die unterschiedlichsten Dinge unterhalten 🙂
Ich finde es schade, dass mich das Buch nicht ganz überzeugen konnte, aber das gehört ja auch bei uns Viellesern dazu.
Hab noch einen schönen Sonntag! 🙂

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