Rezension || Miss Daisy und ihr Chauffeur

by Marie-Theres Werner
WORUM GEHT ES?

Die alte Miss Daisy (Jessica Tandy) ist reich, exzentrisch – und eine miserable Autofahrerin. Ihr Sohn (Dan Aykroyd) engagiert deswegen gegen den Willen der Südstaatlerin einen farbigen Chauffeur. Mit Witz und Ironie, mit Schlagfertigkeit und Beharrlichkeit übersteht Hoke (Morgan Freeman) dann alle kleinen und großen Schikanen. Der Beginn einer großen Freundschaft … (Quelle: Concorde Filmverleih)

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MEINE MEINUNG:

Miss Daisy Werthan ist reich, wohnt zusammen mit ihrer Haushälterin Idella in einem großen Haus und ist seit dem Tod ihres Mannes vor allem auf ihre Selbstständigkeit sehr stolz. Als sie jedoch eines Morgens aus Versehen den Rückwärtsgang einlegt und mit ihrem Wagen durch die Hecke und in den Vorgarten ihres Nachbarn rauscht, ändert sich ihr Leben schlagartig. Kurzerhand kündigt ihr die Autoversicherung und Miss Daisy ist von nun an auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Gekränkt und peinlich berührt fügt sie sich ihrem Schicksal, will aber weder zugeben, dass sie einen Fehler begangen hat, noch die Hilfe ihres Sohnes Boolie annehmen. Dieser ist jedoch genauso störrisch wie seine Mutter und stellt hinter ihrem Rücken einen Chauffeur für sie ein.

Hoke ist Afro-Amerikaner und kommt bei der alten Miss Daisy nicht gut an. Weniger wegen seiner Hautfarbe und viel mehr weil die wohlhabende Frau ungern mit ihrem Reichtum protzt. Sie selbst ist in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, heiratete dann einen Textilfabrikanten und erbte nach seinem Tod sowohl das Haus als auch sein Vermögen. Wenn sie nun auf dem Rücksitz ihres Autos herum kutschiert und direkt vor jedem Eingang abgesetzt und abgeholt wird, fürchtet sie, dass sich dies in der Gemeinschaft schnell herumspricht. Daher begegnet sie Hoke mit Abneigung, sie lässt es ihn jeden Tag spüren, dass sie seine Anwesenheit verabscheut und nutzt jede Gelegenheit, um ihn los zu werden. Doch Boolie weigert sich, den lebensfrohen und optimistischen Witwer zu entlassen und hofft darauf, dass seine Mutter schon bald die liebenswürdige Seite ihres Chauffeurs entdecken wird.

„Miss Daisy und ihr Chauffeur“ erzählt von der schwierigen Freundschaft zwischen einer reichen Jüdin und einem Afro-Amerikaner in den Südstaaten der USA. Klick um zu Tweeten

Tatsächlich nähern sich die beiden nach einiger Zeit an. Miss Daisy lernt nicht nur die Gesellschaft ihres neuen Freundes zu schätzen, sondern erhält durch ihn auch einen genaueren Einblick in die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung. Nach und nach wird Hoke zu einem Teil der Familie Werthan, doch dann erkrankt Miss Daisy an Demenz.

Basierend auf dem Theaterstück Driving Miss Daisy, verfolgt Miss Daisy und ihr Chauffeur die Beziehung der beiden Hauptcharaktere über fünfundzwanzig Jahre. Bei ihrem ersten Aufeinandertreffen könnten die beiden unterschiedlicher nicht sein: Miss Daisy ist störrisch, biestig und vor allem exzentrisch, Hoke hingegen ist gelassener, freundlich und hilfsbereit. Die ständige Hass-Liebe, die sich durch den Großteil des Films zieht, ist sehr unterhaltsam, größtenteils jedoch belehrend. Denn mit Miss Daisy und Hoke prallen im Süden der USA ebenfalls zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander: Sie ist Jüdin, reich und ein angesehener Teil der Gesellschaft, er ist schwarz und muss tagtäglich mit Unterdrückung, Schikanen und Beleidigungen zurecht kommen. Der Film zeichnet sich nicht durch eine abenteuerliche Handlung aus – große actiongeladene Szenen sollte man hier nicht erwarten – sondern überzeugt mit zwischenmenschlichen Beziehungen und legt großen Wert auf Toleranz und Verständnis. Obwohl beide Personen unterschiedlicher nicht sein könnten, habe ich es doch geschafft, sowohl Hoke als auch Miss Daisy in mein Herz zu schließen. Man kann lachen, verständnislos den Kopf schütteln, Mitleid empfinden und erleichtert aufatmen. Miss Daisy und ihr Chauffeur verlangt von seinen Zuschauern eine Bandbreite an Emotionen ab und genau das macht den Film zu etwas Besonderem.

Hinweis
Diese Rezension sowie die unten stehende abschließende Bewertung basieren einzig und allein auf meiner subjektiven, ehrlichen Meinung. Alle angesprochenen Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge können nicht auf das allgemeine Publikum des Filmes bezogen werden. 
ECKDATEN ZUM FILM:

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Quelle: Concorde Filmverleih

Erscheinungstermin: 13.12.1989
Laufzeit: 99 Minuten
Regisseur: Bruce Beresford
Originaltitel: Driving Miss Daisy
Drehbuch
: Alfred Uhry
Produzenten: Lili Fini Zanuck, Richard D. Zanuck
Preis: 9,99€ (DVD), 10,99€ (Blu-ray)

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INFORMATIONEN ZUM REGISSEUR:

Bruce Beresford, geboren in Sydney, ist Filmregisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler. Zu seinen Werken als Regisseur gehören unter anderem die Filme Mister Johnson, A Good Man in Africa, Stummer Schrei und Last Dance. Miss Daisy und ihr Chauffeur gewann bei den 62. Academy Awards den Oscar in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Hauptdarstellerin“, „Bestes Make-Up“ und „Bestes adaptiertes Drehbuch“ sowie den Golden Globe für „Bester Film – Komödie/Musical“, „Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical“ und „Beste Hauptdarstellerin – Komödie/Musical“. (Quelle: Wikipedia)

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