Rezension || Tintenherz

by Marie-Theres Werner
WORUM GEHT ES?

„In einer stürmischen Nacht taucht ein unheimlicher Gast bei Meggie und ihrem Vater Mo auf. Er warnt Mo vor einem Mann namens Capricorn. Am nächsten Morgen reist Mo überstürzt mit Meggie zu ihrer Tante Elinor. Elinor verfügt über die kostbarste Bibliothek, die Meggie je gesehen hat. Hier versteckt Mo das Buch, um das sich alles dreht. Ein Buch, das Mo vor vielen Jahren zum letzten Mal gelesen hat und das jetzt in den Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers rückt, eines Abenteuers, in dessen Verlauf Meggie nicht nur das Geheimnis um Zauberzunge und Capricorn löst, sondern auch selbst in große Gefahr gerät.“ (Quelle: Verlagsgruppe Oetinger)

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MEINE MEINUNG:

Es gibt Momente, in denen ich mir wünsche, meine Buchhelden näher kennenlernen zu können. Während man den Roman in der Hand hält und Seite um Seite mit den Charakteren lacht und weint, baut man ein so inniges Verhältnis zu ihnen auf, dass der Abschied im letzten Kapitel oft schwer fällt. Doch wie wäre es, wenn deine Lieblingsgeschichte niemals enden würde? Wenn das Abenteuer direkt vor deinen Augen eine Wendung nimmt und du plötzlich im Mittelpunkt stehst? Genau so erging es Meggie.

Die Zwölfjährige lebt mit ihrem Vater Mo allein und teilt sich mit ihm die Liebe zum geschriebenen Wort. Beide sind ganz gewöhnliche Menschen, die ein ganz gewöhnliches Leben führen – zumindest hatte Meggie das gedacht, bis eines Nachts ein Fremder vor ihrem Haus auftaucht. Er entpuppt sich als ein alter Bekannter ihres Vaters, nennt sich Staubfinger und ihm brennt nur ein Wunsch auf der Seele: er braucht ein Buch. Ein Buch, das nur Mo besitzt und noch viel schrecklichere Menschen in ihrem Besitz wissen möchten. Menschen, die über Leichen gehen, um das zu bekommen, was sie wollen und ihr Anführer heißt Capricorn. Als Mo diese Gefahr erkennt, reist er mit seiner Tochter überstürzt zu ihrer Großtante Elinor.

Nichts verscheucht böse Träume schneller als das Rascheln von bedrucktem Papier.Cornelia Funke, Tintenherz, Verlagsgruppe Oetinger

Das Böse lässt allerdings nicht lang auf sich warten, denn Staubfinger hat Capricorn verraten, wo sich Mo und mit ihm das geheimnisvolle Buch Tintenherz verstecken. Capricorns Männer entführen den Buchbinder, seine Tochter und ihre Großtante und sperren sie in einem weit abgelegenen Dorf in einen Stall. Nach und nach kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht und Meggie kann kaum glauben, was sie erfährt: vor etwa neun Jahren las ihr Vater aus Tintenherz vor, als plötzlich drei Charaktere aus dem Buch in ihrem Wohnzimmer standen. Drei Menschen sind in ihre Welt gekommen, drei Lebewesen mussten dafür gehen. Seit neun Jahren versuchen diese Charaktere, den geheimnisvollen Roman, welcher nur in begrenzter Auflage erschien, zu finden und ihn für ihre eigenen Zwecke zu verwenden: Staubfinger sehnt sich nach seiner Heimat und sucht nach einem Weg, um wieder in die Welt von Tintenherz einzutauchen. Capricorn möchte mithilfe des Buches die ihm fremde Welt besitzen, doch Mo kann trotz der Drohungen keinem von ihnen helfen. Er braucht Tintenherz mehr als alles andere, denn in jener Nacht vor neun Jahren, wurde seine Frau, Meggies Mutter, in das Buch gesogen, als Ersatz für einen der Charaktere, die herausgelesen wurden…

In „Tintenherz“ wird die Geschichte lebendig. Figuren nehmen wahre Gestalt an und führen plötzlich in unserer Welt ihr Unwesen. Doch für Meggie ist es schon bald nicht mehr ganz so toll wie es klingt. Klick um zu Tweeten

Bevor ich mit der Tintenwelt-Reihe begann, habe ich den Film zum ersten Band gesehen und war begeistert. Schnell war danach für mich klar, dass ich die Bücher lesen muss, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Meggie, Mo und Staubfinger weiter geht.
Da ich zuerst nur den Film kannte, überforderten mich anfangs einige Stellen im Buch, denn die Handlung dehnte sich hier natürlich aus und es kam die ein oder andere Nebenhandlung hinzu, die es im Film nicht gab. Es ist kurzzeitig vorgekommen, dass ich mit der Geschwindigkeit, in der eine Szene auf die nächste folgt, nicht ganz mithalten konnte und ich noch einmal genau überlegen musste, wer denn gerade vor wem davonläuft und wieso. Dies ist allerdings Kritik auf hohem Niveau. Insgesamt hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen. Der Leser lernt eine unglaublich große Bandbreite an Charakteren kennen, was dazu führt, dass der Spannungsbogen nicht abfällt. In Tintenherz trifft man auf Abenteuer, Humor und Fantasy und ich war erstaunt wie flüssig diese Elemente ineinander übergehen. Cornelia Funke hat mit dieser Geschichte ein interessantes und aufregendes Jugendbuch geschaffen, an das ich mich noch lange zurückerinnern werde.

Hinweis
Diese Rezension sowie die untenstehende abschließende Bewertung basieren einzig und allein auf meiner subjektiven, ehrlichen Meinung. Alle angesprochenen Kritikpunkte sowie Verbesserungsvorschläge können nicht auf die allgemeine Leserschaft des Buches bezogen werden. 
ECKDATEN ZUM BUCH:

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Quelle: Verlagsgruppe Oetinger

Erscheinungstermin: 08/2003
Seiten: 567
ISBN: 978-3-8415-0012-0
Autorin: Cornelia Funke
Preis: 20€ (Hardcover), 12€ (Taschenbuch), 8,99€ (E-Book), 17€ (Hörbuch)

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DIE REIHENFOLGE DER TINTENWELT-TRILOGIE:

Tintenherz
Tintenblut
Tintentod

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INFORMATIONEN ZUR AUTORIN:

Cornelia Funke zählt mit weltweit über 26 Millionen verkauften Büchern zu den international erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren. Sie steht seit Jahren auf der Liste der beliebtesten AutorInnen, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jedes Jahr im Rahmen des Vorlesewettbewerbs unter Schülern ermittelt. Das US-Magazin „Time“ wählte sie zu einem der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2005, das ZDF kürte sie 2007 zu einer der 50 „Besten Deutschen Frauen“. Für ihre Bücher wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache, zuletzt 2015 mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis und dem Bayerischen Buchpreis. Cornelia Funke hat über 50 Bücher geschrieben, die in 50 Sprachen übersetzt sind. Zu ihren bekanntesten Werken gehören die phantastischen Romane Drachenreiter, Herr der Diebe, die Tintenherz-Trilogie und ihre Reckless-Reihe. (Quelle: Verlagsgruppe Oetinger)

11 comments

Lisa von Prettytigers Bücherregal 28. September 2018 - 19:02

Huhu 🙂

Die Bücher fand ich richtig super, den Film habe ich ehrlich gesagt bisher aber noch nicht gesehen 😀 Spätestens seit der Verfilmung von Eragon bin ich mit Filmen immer ein bisschen vorsichtig. Manche machen doch einfach zu viel von meinem Kopfkino kaputt …

Liebe Grüße
Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Facebook)

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Sunita 25. September 2018 - 18:26

Ich habe vor Ewigkeiten den Film im Kino gesehen und mochte ihn, auch wenn ich mich nicht mehr sehr daran erinnere. Aber die Geschichte klingt auf jeden Fall spannend und die Idee ist einfach toll! Ob ich das Buch mal lese, weiß ich nicht, aber den Film könnte ich mir eigentlich nochmal anschauen 😉

Reply
Marie-Theres Werner 25. September 2018 - 18:31

Den Film würde ich mir tatsächlich auch noch einmal ansehen. Den fand ich wirklich gelungen und ich finde es schade, dass es zu den anderen Teilen keine Verfilmungen gibt.

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Stachelbeermond 30. August 2018 - 21:56

Tintenherz – drei meiner Lieblingsbücher! Besser geht es kaum, zumindest, wenn es nach mir geht. Ganz großes Kino, auch ohne den Film (der mir nicht wirklich gefallen hat, ich war vermutlich noch geblendet von den Büchern 🙂 ).

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Stephie 23. August 2018 - 1:05

Ich habe alle drei Bände der Trilogie schon vor Jahren gelesen und war damals ziemlich begeistert, wobei mir die Reckless-Reihe von Cornelia Funke inzwischen sogar noch besser gefällt. Dennoch freue ich mich schon sehr auf den vierten Band aus der Tinten-Welt, ich hoffe nur, dass ich der Handlung überhaupt folgen kann, nachdem die Vorgänger bei mir, wie gesagt, schon mehrere Jahre zurückliegen.

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Marie-Theres Werner 23. August 2018 - 8:28

Hallo Stephie,
ich wusste gar nicht, dass es einen vierten Band geben wird – danke für den Hinweis 😀 Aber du kannst ja sicherlich im Internet dein Gedächtnis nochmal ein bisschen auffrischen.
Die Reckless-Reihe steht auch schon auf meiner Wunschliste, die werde ich bestimmt bald nach der Tintenwelt-Trilogie lesen 🙂
Liebe Grüße,
Marie

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Andrea 20. August 2018 - 17:51

Ich versuche möglichst die Verfilmungen nach dem Buch zu gucken, aber bei Harry Potter bin ich durch den ersten Film auch erst auf den Geschmack gekommen…
Die Bücher von Cornelia Funke stehen schon so lange ungelesen in meinem Regal. Eine Schande.

Reply
Marie-Theres Werner 20. August 2018 - 17:55

Hallo Andrea,
ja, so handhabe ich das normalerweise auch. Erst wird das Buch gelesen, dann wird der Film geschaut. Manchmal halte ich mich aber auch nicht immer dran; P.S. Ich liebe dich kannte ich zum Beispiel lange Zeit nur als Film.
Die Bücher von Cornelia Funke stehen auch schon viel zu lange auf meiner Leseliste. Ich bin froh, dass ich endlich mal mit ein paar von ihnen beginnen konnte. Vielleicht findest du auch bald einen ruhigen Moment dafür 🙂
Liebe Grüße,
Marie

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Monika 19. August 2018 - 21:52

Gennerrell vermeide ich es, mir Verfilmungen von Büchern an zu sehen, die ich bereits gelesen habe.. Da wurde ich schon als Kind enttäuscht.
Umgekehrt genauso.
Gleiches gilt für die Verfilmung von Theaterstücken.
LG
Monika

Reply
Marie-Theres Werner 19. August 2018 - 22:02

Liebe Monika,
ich kann verstehen, dass Verfilmungen einen enttäuschen können, oder man sogar im Nachhinein die Entscheidung trifft, dass der Film besser war als das Buch. Beides ist bei mir schon vorgekommen. Es generell auszuschließen, die Filme zu schauen oder die Romane zu lesen würde ich allerdings niemals tun. Wer weiß, vielleicht könnte dich die ein oder andere Verfilmung noch überraschen?
Liebe Grüße,
Marie

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